Freitag, 29. August 2008

Nutzen und Risiko von Champix

Trotz der vielen Nachrichten über die teils fürchterlichen Nebenwirkungen von Champix sollte man nicht außer Acht lassen, dass die Pille wirklich gegen das Rauchen wirkt, bzw. Raucher bei der Entwöhnung helfen kann. Das Wirkungsprinzip, dass das Vareniclin die Nikotinrezeptoren im Hirn besetzt und so das Suchtpotential herabschraubt, funktioniert tatsächlich, wie ich selbst in meinem Test erfahren habe.

Sicherlich kommt es auch auf die Natur des jeweiligen Menschen an, ob er die Pille verträgt oder nicht. Im Netz gibt es neben den Horrormeldungen auch Erfolgsgeschichten von starken Rauchern, die erst mit Hilfe von Champix die Finger von den Klimmstengeln lassen konnten und positive Erfahrungen mit dem Medikammt gemacht haben, wie z.B. Decee in seinem Blog beschreibt.
Wieviele von den Millionen Personen, die Champix bereits eingenommen haben, dauerhaft clean sind, ist allerdings nicht bekannt.

Nutzen und Risiko der Antiraucherpille sind nicht einfach abzuwägen, insbesondere im Vergleich mit den Langzeitgefahren des Rauchens. Rauchen ist schädlich, aber sollte man zur Entwöhnung jetzt zusätzliche Risiken eingehen, wie z.B. Diabetis, Herzrhythmusstörungen, Depressionen oder gar Selbstmord?

Dienstag, 26. August 2008

Champix: Warnungen nehmen kein Ende

Nachdem das Pharmaunternehmen Pfizer durch die Negativmeldungen über die Nebenwirkungen von Champix zur Jahreswende angeblich vorübergehend leichte Umsatzeinbußen erlieten hatte, zeigt nun die seit Monaten groß angelegte Werbekampagne Erfolge und die Verkaufszahlen steigen wieder.

Dennoch nehmen die Warnungen und Berichte über unerwünschte Arneimittelwirkungen der Anitraucherpille weiter zu. In den USA haben seit der Zulassung der Pille ca. 3,5 Millionen Personen Vareniclin eingenommen, in Großbritannien etwa 366.000 Personen. Für Deutschland liegen bisher keine genauen Zahlen vor, jedoch gibt es in allen Ländern vergleichbare und vermehrt Meldungen über die starken Nebenwirkungen, wie z.B. Sehstörungen, Herzrhythmustörungen, Schwindelgefühle, Depressionen, Suizidneigung etc.
Lesen Sie hierzu die aktuelle Veröffentlichung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Drug Safety Mail

Montag, 7. Juli 2008

FDA-Warnung

Mit der Veröffentlichung dieses Videos im April 2008 warnt die US-Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA) vor den möglichen Nebenwirkungen der Antiraucherpille Champix, die in den USA unter dem geschützten Markennamen Chantix vertrieben wird.



Lesen Sie die FDA-Warnung hier: FDA vom 16.05.08

Dienstag, 24. Juni 2008

Warnung vor Nebenwirkungen

Die unabhängige Untersuchung des Institute for Safe Medication Practices in den USA warnt vor den gravierenden Nebenwirkungen des Champix-Wirkstoffes Vareniclin:

Unfälle und Verletzungen aufgrund von Bewußtlosigkeit, Verwirrtheit und Schläfrigkeit
Sehstörungen die auch Unfälle und Verletzungen hervorrufen können
Herzrythmusstörungen
Muskelkrämpfe und - spastiken
Leichte bis schwere Hautreaktionen mit Schwellungen, Blasen und Abschuppungen.
Diabetes

Laut der aktuellen Studie gingen bei der amerikanischen Zulassungsbehörde im letzten Quartal 2007 mehr Meldungen über Nebenwirkungen durch die Einnahme Champix (Chantix) ein, als für irgendein anderes Medikament. Zudem werden in den USA mittlerweile 78 Todesfälle, darunter 28 Selbstmorde, mit der Anti-Raucherpille in Verbindung gebracht. Lesen Sie hier den Studienbericht in englischer Sprache: Report ISMP

Der Bericht ist die reinste Horrormeldung und erklärt auch die seltsamen Nebenwirkungen, die während meiner Einnahme von Champix auftraten und ich zunächst überhaupt nicht mit der Antiraucherpille in Verbindung gebracht hatte, wie Aggressionen, Sehstörungen, Geschmacksstörungen, erhöhter Blutdruck und das Ausufern einer Pilzerkrankung. Heute bin ich sehr froh, dass ich die Champix-Behandlung abgebrochen habe und die gesundheitlichen Störungen wieder vollständig verschwunden sind. Gegen das Rauchen kämpfe ich allerdings immer noch und werde den Kampf auch nicht aufgeben. Zwischenzeitlich habe ich Nikotinpflaster und Akupunktur versucht. Stets hat es einige Tage bis maximal zwei Wochen funktioniert und dann kam doch wieder der Rückfall, insbesondere wenn ich mal ein Bier getrunken hatte und unter Rauchern war, wie zum Beispiel letzte Woche zur Fußball-Europameisterschaft 2008. Es gibt zahlreiche Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung, aber Nichtraucher sein fängt eben vor allem im Kopf an.

Dienstag, 17. Juni 2008

Champix-Verbot für Piloten und Fluglotsen

Nachdem die Zulassungsbehörden für Medikamente in Europa und USA, EMEA und FDA, Ende letzten Jahres Warnungen hinsichtlich der möglichen Nebenwirkungen von Champix (US-Markenname: Chantix) veröffentlicht haben, häufen sich die Berichte über Sehstörungen, Geschmacksstörungen, Krampfanfälle, Benommenheit, Bewusstlosigkeit und psychische Störungen wie Depressionen, Suidzidgedanken und Suizid etc. unter Einnahme des Wirkstoffes Vareniclin. Experten befürchten, dass die Nebenwirkungen von Champix, ähnlich wie vor einigen Jahren bei der Einführung des Antirauchermittels Zyban, unterschätzt worden seien.

Verbot für Piloten und Fluglotsen
Vor möglichen Gefahren beim Bedienen von Maschinen und Führen von Fahrzeugen während der Einnahme des Antirauchermittels wird schon seit längerem gewarnt. Die Nebenwirkungen von Champix und etwaigen Gefahren für Verkehrsteilnehmer und Piloten wurden nun in einer Studie des Institute for Safe Medication Practices in den USA bestätigt. Die amerikanische Flugaufsicht (FAA) hat im Mai 2008 entsprechend reagiert und den amerikanischen Piloten und Fluglotsen die Einnahme von Champix untersagt. In Deutschland dürfen Piloten gemäß des deutschen Luftverkehrsrechts ohnehin nur mit wenigen Aussnahmen Medikamente einnehmen.

Quellen: Topnews vom 23.05.08, Berliner Zeitung vom 30.05.08, Los Angeles Times vom 22.05.08

Donnerstag, 15. Mai 2008

Offizielle Stellungnahme: Pfizer zu Nebenwirkungen von Champix

Nach den zahlreichen Schreckensmeldungen über Nebenwirkungen des Nikotinentwöhnungsmedikamentes Champix, wie z.B. Depressionen, Selbstmordgedanken, Suizid etc., bestreitet Pfizer einen wissenschaftlichen Zusammenhang und bezieht wie folgt Stellung: Pfizer, BooCompany 01, BooCompany 02.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Der Wirkstoff Vareniclin

Bei dem Champix-Wirkstoff handelt es sich um die Substanz Vareniclin, ein Alkaloid des Goldregens und Abkömmling des Cytisins, das die Nikotinrezeptoren im Hirn teilweise besetzt, wodurch die Entzugssymptome beim Rauchstopp vermindert werden.
Die chemische Summenformel ist: C13H13N3

Strukturformel

Dienstag, 26. Februar 2008

Champix News: Suizid?

Nachdem es in 2007 vermehrt zu Meldungen und Beschwerden über Selbstmordgedanken und Suizidversuche im Zusammenhang mit der Einnahme von Champix (Chantix) kam, hat die europäische Zulassungsbehörde EMEA und die US-amerikanische FDA im vergangenen Dezember vom Hersteller verlangt, dass diese Nebenwirkungen noch vor Jahresablauf in den Warnhinweisen des Beipackzettels explizit auszuweisen seien. Das Pharmaunternehmen Pfizer hat diesen Forderungen entsprochen, obwohl man keinen unbedingten kausalen Zusammenhang zwischen Champix und den genannten Nebenwirkungen sehe.
Quellen: Arznei-Telegramm vom 16.02.08 , EMEA vom 14.12.07 , FDA vom 20.11.07., FDA vom 01.02.08.

Man kann auch der Meinung sein, dass es vielleicht besser sei, die etwaigen Gefahren in Kauf zu nehmen, wenn die Medikamenteneinnahme schließlich zur dauerhaften Nikotinentwöhnung führt, zumal das Rauchen ja auch jede Menge schädliche Nebenwirkungen hat und Selbstmord auf Raten ist. Allerdings sollte der Verbraucher in vollem Umfang über die möglichen Gefahren informiert werden.

Mittwoch, 2. Januar 2008

2008

Ich wünsche allen Bloglesern ein FROHES NEUES JAHR 2008. Viel Glück mit der Rauchentwöhnung, gleich ob mit Champix, Zyban, Nikotinkaugummi, Nikotinpflaster, Entwöhnungsspritze, Kräuterzigaretten, Akupunktur, Hypnose, Endlich Nichtraucher von Allen Carr oder im kalten Entzug.



Montag, 3. Dezember 2007

TODESFÄLLE DURCH CHAMPIX?

Seit einiger Zeit steht das von Pfizer hergestellte Rauchentwöhnungsmittel Champix in Verdacht, wesentlich stärkere und gefährlichere Neben- und Wechselwirkungen zu haben, die angeblich trotz Kenntnis seitens Pfizer im Beipackzettel nicht ausgewiesen wurden.

Insbesondere in den US-Medien wird aktuell darüber diskutiert, dass die Pille gegen das Rauchen auch Gewaltphantasien und Suizidwünsche eventuell im Zusammenhang mit Alkoholgenuß hervorrufen könne. Die Debatte in den USA entzündete sich nach dem tragischen Tod des Musikers Carter Albrecht, der angeblich durch die Einnahme von Champix und unter Alkoholeinfluß gewalttätig zu seinen Mitmenschen war und schließlich von einem Hausbesitzer erschossen wurde.

Gleichzeitig mehren sich im Internet Berichte von Alpträumen, Gewalttätigkeiten, Selbstmordgedanken und Selbstmorden unter Einnahme von Champix, teils in Verbindung mit Alkoholgenuss, wohingegen in anderen Berichten die Meinung vertreten wird, dass Champix auch gegen Alkoholabhängigkeit wirken könne. Zudem wird behauptet, dass Pfizer teils bekannte Nebenwirkungen im Beipackzettel verschwiegen bzw. abgeschwächt habe.

In den USA wurde von der Food and Drug Administration nach ca. 5.000 Beschwerden über Nebenwirkungen eine Untersuchung eingeleitet.
Quellen: Der Spiegel, Nr. 49 vom 03.12.2007, Seite 141 / Spiegel-Online vom 03.12.2007

Während meiner 48-tägigen Einnahme von Champix hatten sich meine Träume zwar intensiviert, jedoch waren sie nicht negativ und ich war auch nicht deprimiert oder aggressiver. Selbstmord habe ich auch noch nicht begangen. Probleme hatte ich allerdings mit der permanenten Übelkeit und möglichen Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente, weshalb ich Champix schließlich abgesetzt und leider wieder mit dem Rauchen angefangen habe. Bereits vor den Horrormeldungen hatte ich oft über etwaige Nebenwirkungen von Champix nachgedacht, insbesondere weil über das neue Medikament keine Langzeitstudien vorliegen und von daher mögliche Gefahren eventuell nicht bekannt sind.

Ich war sehr erschrocken über die aktuellen Berichte hinsichtlich etwaiger Nebenwirkungen von Champix, auch wenn ich deren Wahrheitsgehalt nicht überprüfen oder bestätigen kann. Champix möchte ich nicht völlig verteufeln, da es bestimmt vielen Rauchern geholfen hat, von den Glimmstängeln los zu kommen. Ich erachte es jedoch als wichtig, dass sich Raucher vor der Nikotinentwöhnung über verschiedene Methoden informieren, um die richtige Wahl treffen zu können. Beurteilen Sie selbst die aktuelle Diskussion über Champix anhand der folgenden Links:

Berichte über Champix-Skandal:
BooCompany
Gesundheit Blogger
Champix Beipackzettel:
BooCompany
Champix hilft angeblich auch gegen Alkohol- und Spielsucht:
Pressetext.de
Suchtmittel.de

Neben meinem Erfahrungsbericht über Champix finden Sie in meinem Blog zahlreiche Links zu Wirkungsweise, medizinischen Beurteilungen, Erfahrungsberichten, Antiraucher-Foren sowie alternativen Entwöhnungsmethoden.

Dienstag, 18. September 2007

CHAMPIX NEBENWIRKUNGEN

In Ergänzung zu meinem Champix Erfahrungsbericht möchte ich alle, die mit der Pille das Rauchen aufgeben wollen, darauf hinweisen, sich die Gebrauchsinformationen gründlich durchzulesen und nicht – wie so oft – nur darüber zu fliegen. Nach wie vor erachte ich Champix als eine gute Unterstützung für die Nikotinentwöhnung, allerdings sollten Nutzen und Risiko hinsichtlich den etwaigen Nebenwirkungen überlegt abgewogen werden.

In meinem Fall lag bereits vor der Einnahme von Champix eine Pilzinfektion im Ohr vor, die durch Champix eventuell begünstigt wurde. Darüber hinaus hatte ich nie Probleme mit dem Blutdruck, jedoch wurde bei mir kurz nach Beendigung der Einnahme von Champix ein erhöhter Blutdruck festgestellt, was sich mittlerweile wieder etwas normalisiert hat. Zudem hatte ich während der Behandlung Sehstörungen und nach dem Absetzen über mehrere Wochen einen seltsam säuerlichen Geschmack im Mund. Es gilt festzustellen, dass Menschen, die bereits vor Einnahme des Medikamentes gesundheitliche Probleme, wie z.B. Pilzinfektionen, Bluthochdruck, Herzrythmusstörungen, Sehstörungen, Zysten etc., haben, gegebenenfalls eine andere Art der Tabakentwöhnung favorisieren sollten, wie z.B. Akupunktur, Hypnose, Nikotinpflaster etc. Aus den hier genannten Gründen empfehle ich nochmals wärmstens, den Beipackzettel mehrfach zu lesen, um auf der Grundlage der darin aufgeführten Nebenwirkungen zu entscheiden, ob Champix das Mittel der Wahl sein soll.

Ich hätte Champix gerne ein zweites Mal ausprobiert, da ich von der erfolgreichen Wirkung wirklich begeistert war. Aufgrund meiner gesundheitlichen Verfassung und den eventuell damit verbundenen Nebenwirkungen von Champix bin ich nun allerdings zu der Überzeugung gekommen, meinen nächsten Versuch zur Zigarettenentwöhnung mit einer anderen Methode alsbald in Angriff zu nehmen.

Ich wünsche allen aufgabewilligen Nikotinabhängigen viel Erfolg von der fürchterlichen Sucht loszukommen, gleich mit welcher Methode.

Sonntag, 15. Juli 2007

TAG 49 – 58: GAME OVER - CHAMPIX

06.07. bis 15.07.2007
Wie in meinem letzten Post beschrieben, musste ich Champix nach 48 Einnahmetagen aufgrund von etwaigen Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme des Antimykotikums Fluconazol absetzen. Eigentlich soll Champix 120 Tage lang eingenommen werden.
Nach dem Absetzen der Antiraucherpille dauerte es ca. 5 Tage, bis ich in die wohlbekannte Nikotinfalle mehr gestürzt als getreten bin. Ohne Champix hat mir der berufliche Alltagsstress so zugesetzt, dass ich am Schreibtisch schier wahnsinnig geworden bin und schließlich süchtig und beschämt am Kiosk Abhilfe geschaffen habe. Jetzt bin ich wieder Raucher, wohne in Winstontown und konsumiere so viele Zigaretten wie vor meinem Rauchstopp: täglich 20 Stück - MIST! Ich bin darüber ehrlich gesagt ziemlich traurig, da man sich selbst so unfähig fühlt und schließlich wie ein Versager vorkommt. Tabakentwöhnung ist keine leichte Sache.

Vielleicht sind jetzt auch einige Stammleser dieses Blogs etwas enttäuscht über meinen Rückfall, aber es ist nun mal die Wahrheit. Ich habe 42 Tage lang nicht geraucht und bei weiterer Einnahme wäre es noch länger möglich gewesen. Insgesamt erachte ich Champix als ein gutes Hilfsmittel für den Rauchstopp, aber es bekämpft nur die körperliche Sucht. Die seelische Abhängigkeit bleibt Kopfsache und da war ich noch nicht so weit. Ich werde auf jeden Fall so bald wie möglich wieder Champix für den Rauchentzug einsetzen. Meine Lungen warten schon auf freudig auf den nächsten Entzug!

Freitag, 6. Juli 2007

TAG 39 – 48: VORSICHT WECHSELWIRKUNGEN CHAMPIX

27.06. bis 05.07.2007
Ich habe nun insgesamt 48 Tage Champix nach Vorschrift eingenommen, 38 Tage lang keine Zigaretten geraucht und jetzt stellt sich ein völlig neues Problem, das mich leider zum Absetzen der hilfreichen Antiraucherpille zwingt.

Hintergrund dafür ist folgender: Seit mehr als 1,5 Jahre habe ich eine chronische Entzündung im äußeren Gehörgang und teils im Rachen. Diese Entzündung ist der Hauptgrund, warum ich mit Hilfe von Champix das Rauchen aufgegeben habe. Nach einer langen Vorgeschichte wurde nun in einer renommierten HNO-Klinik eine Pilzinfektion im Ohr diagnostiziert und als Medikament wurde mir das Antimykotikum Fluconazol verordnet. Auf die Frage, ob sich das Medikament auch mit dem Champix-Wirkstoff Vareniclin vertrage, antworteten mir die HNO-Ärzte, dass ihnen Champix nicht bekannt sei und ich mich an einen Apotheker wenden solle. Schon erstaunlich, wenn im Wartezimmer täglich zahlreiche Patienten mit den Spätfolgen des Tabakkonsums (Kehlkopfentfernungen, Zungenkrebs etc.) sitzen.

VORSICHT WECHSELWIRKUNGEN!!!
Nach Aussage eines sehr hilfsbereiten Apothekers soll ich beide Medikamente auf keinen Fall gleichzeitig einnehmen, da das Antimykotikum Fluconazol beim Abbau die Leber stark belaste und bisher keinerlei Erkenntnisse über etwaige Wechselwirkungen mit Champix vorlägen. Bei gleichzeitiger Einnahme liefe ich Gefahr, dass entweder eines der beiden Medikamente nicht mehr oder stärker wirke und ich mir schlimmstenfalls sogar einen Leberschaden einhandeln könne.

Von daher ist allen, die Champix gleichzeitig mit anderen Medikamenten einnehmen wollen, anzuraten, sich im Vorfeld genau über die möglichen Wechselwirkungen zu informieren. Soweit diese nicht bekannt sind, ist es besser Champix abzusetzen oder überhaupt nicht mit der Behandlung zu beginnen. Ein Leber- oder Nierenschaden ist keine feine Sache!

Abbruch der Champix Behandlung und Fazit:
Aus den dargelegten Gründen sehe ich mich nun leider gezwungen, die Behandlung mit Champix abzubrechen bzw. auszusetzen. Klar ist, dass die Behandlung meiner Ohreninfektion Vorrang hat und ich werde versuchen, nicht wieder mit der Qualmerei anzufangen. Da ich seelisch immer noch stark an den Zigaretten hänge, stellt diese Entscheidung eine große Herausforderung dar und ich weiß noch nicht, ob ich der gewachsen bin. Gleich wie es weitergehen wird, gilt es auf der Grundlage meiner Erfahrungen festzustellen, dass Champix kein Wundermittel ist, jedoch eine große Hilfe bei der Rauchentwöhnung darstellen kann. Sollte ich einen Rückfall haben und wieder mit dem Rauchen anfangen, werde ich nach der Pilzbehandlung wieder Champix einsetzen. Über den weiteren Verlauf werde ich selbstverständlich in diesem Blog berichten.

Mittwoch, 27. Juni 2007

TAG 34 - 38: DIE REISE NACH CHAMPIX

22. bis 26.06.2007
Es ist ein langer Weg nach Champix, oder mit anderen Worten, vom Kettenraucher zum Nichtraucher. Ich nehme pünktlich meine Pillchen ein, jedoch kann ich keineswegs behaupten, dass ich wirklich clean im Kopf bin, sei es aufgrund der enorm hohen Anzahl von Nikotinrezeptoren in meinem alten Raucherhirn oder, was viel wahrscheinlicher ist, dass ich die seelische Sucht noch lange nicht überwunden habe. So beginnt jeden Tag der Kampf aufs neue und Versuchungen gibt es jede Menge.

Ich widerstehe und wenn es ganz schlimm wird, gehe ich immer Schwimmen. Im Sommer ist dies ganz gut, aber ich habe Angst vorm Winter, da ich bei Kälte meistens etwas wasserscheu bin. Muss mir wohl eine andere Sportart für die kalte Jahreszeit aussuchen. Mittlerweile verstehe ich Ex-Süchtige sehr gut, wenn Sie dann sportsüchtig werden, da dies auch Dopamin im Hirn freisetzt und auf eine gewisse Art glücklich macht.

Insgesamt bin ich jedoch froh, bisher - außer bei meinem kleinen Rückfall - nicht geraucht zu haben, denn Hals, Lunge und Herz geht es ohne den täglichen Qualm bereits viel besser, auch wenn mein Lifestyle-Medikament regelmäßig Übelkeit hervorruft.

Donnerstag, 21. Juni 2007

TAG 30 – 33: MIT CHAMPIX BEI DER SACHE

18. bis 21.06.2007
Ok, Champix gehört jetzt zu meinem Leben, jeden Morgen, jeden Abend und nach der Einnahme das leichte Unwohlsein. Anstelle von Kaffee und Zigarette nun Kaffee und Pille. Es gibt ja böse Zungen, die behaupten, man solle das regelmäßige Kaffeetrinken gleich mit einstellen. Ist was Wahres dran, denn Kaffee macht süchtig, übersäuert den Körper bei übermäßigem Konsum und und und...
Heutzutage ist halt alles schädlich: Essen macht dick, Rindfleisch macht Rinderwahn, Schweinefleisch macht Brüste, Computer macht blind, Musik macht taub, Handy macht Hirntumor, Atmen macht Asthma, Pollen macht Allergie, Sonne macht Krebs, Sex macht Aids usw. Ihr lieben Leute, bitte nicht übertreiben. Ich wäre ja schon super zufrieden, einfach nicht mehr zu rauchen!

Mein Bedürfnis nach Kippen, hatte sich ja in letzter Zeit bereits bis zum Minirückfall gesteigert und bleibt konstant stark. Nach der relativ einfachen Anfangszeit ohne Nikotin, könnte sich mein Körper jetzt auch ohne weiteres daran gewöhnen, auf Champix zu rauchen. Das Medikament verhindert zwar, dass ich ohne Zigaretten durchdrehe, aber ich fühle täglich deutlich, wie süchtig ich und mein innerer Schweinehund sind.

Vielleicht sollte ich am Wochenende die Schwimmstrecke zur Ablenkung auf 3000 m erhöhen. War diese Woche ja ein bisschen faul, nur einmal auf der Schwimmbahn. Wie ich selbst geprahlt habe, ist Sport, Entspannung und gute Ernährung das Beste, was es als Gegenentwurf zum Raucherleben gibt. Man fällt halt nur allzu leicht in alte Verhaltensweisen zurück. So kämpfe ich auf weiter Flur gegen mich selbst, mit besten Vorsätzen für das kommende Wochenende!

Gestern habe ich wieder einmal über den Namen „Champix“ bzw. den amerikanischen Produktnamen „Chantix“ nachgedacht. Schon klasse, was die Pharmaindustrie immer für tolle Medikamentennamen erfindet. Zu Beginn meines Blogs hatte ich ja schon mal über den Namen sinniert. Würde mich wirklich interessieren, ob dahinter eine tatsächliche Idee steht oder ob es sich um einen reinen Kunstnamen handelt. Mir fallen beim besten Willen nur Dummreime auf Champus, Grand Prix, Potz-Blitz ein oder geht es um den einst verschollenen Sohn von Miraculix, der jetzt mit Asterix und Obelix Wildschweine raucht. OK, ich schließe hier für heute und freue mich auf die nächste Runde Champixxx.

Sonntag, 17. Juni 2007

TAG 28 + 29: MACHT CHAMPIX GLÜCKLICH?

16. und 17.06.2007
Nicht wirklich! Denn Champix kann man nicht rauchen.
Täglich, brav und artig nehme ich weiter blaue Pillen ein und lass’ das böse Rauchen sein. Die galaktisch aussehende Monatspackung mit 56 Pillen à 1 mg habe ich mir am Samstag noch geholt. Kostet mit rund 100,- Euro ca. 10,- Euro weniger als zwei 28er Schachteln.

Mein Rückfall vom 14.06.07 beschäftigt mich noch immer, auch wenn es nur zwei schäbige Lungenzüge waren und ich bis heute keine Kippe mehr angerührt habe. Meine Nikotinrezeptoren waren durch Champix bestens mit Vareniclin besetzt, weshalb der Rauch nicht so richtig schmecken wollte. Trotzdem stellte sich etwas von dem „alten Rauchergenuss“ in meinem Rauchergehirn ein, das insgeheim weiß, dass sich ohne Champix der gute Geschmack mit der Zeit schon wieder einstellen würde.

Der ach so tolle Geschmack hat zwar sicherlich auch mit dem außergewöhnlichen Aroma vom Tabak zu tun, entsteht aber wohl hauptsächlich aus der körperlichen und seelischen Sucht heraus. Wir Nikotinkranken neigen dazu, das geschmackliche Raucherlebnis schöner zu malen als es wirklich ist, denn jeder Raucher weiß aus Erfahrung ganz genau, dass nur wenige Zigaretten am Tag einen wirklich guten Geschmack haben und die meisten Kippen vor allem einen starken Aschenbechergeschmack hinterlassen. Wie gut erinnere ich mich, an späte Abendstunden mit der zwanzigsten Kippe im Mund, einem Geschmack nach totem Hund, gereiztem Rachen und bestenfalls noch einem leichten Stechen in der Herzregion.

So geht mein innerer Disput zwischen der alteingesessenen Stimme des süchtigen Rauchers und der mahnenden Stimme des Gesundheitsbewussten nun in die 5. Woche meines Champix-Grand-Prix. Ich werde am Ball bleiben, das Bestmögliche tun, um nicht wieder in die Tabakfalle zu tappen.

Freitag, 15. Juni 2007

TAG 26 + 27: RÜCKFALL UND BESINNUNG

14. und 15.06.2007
Obwohl ich täglich meine zwei blauen Champixpillen à 1mg eingenommen habe, hatte sich das Suchtverlangen in den letzten Tagen enorm gesteigert. Wohin ich ging tolle Raucher und wabernde Rauchschwaden, die mich unentwegt, gleichwo verfolgten.

Gestern dann geschah es, nach 2 Wochen Nikotinclean, ich versagte um ca. 11 Uhr vormittags bei einem Bekannten, der gedrehte Zigaretten raucht. Dem Tabakaroma in seiner Wohnung konnte ich nicht widerstehen und habe mir eine gerollt und angezündet. Zwei Lungenzüge, die nicht besonders gut schmeckten, so dass ich die Kippe sofort wieder ausgemacht habe und mich dann ausgiebig über mich selbst ärgerte. Diese mentale Schwäche, den Zigaretten nicht entsagen zu können, ist suchttypisch und nervt ohne Ende.

Ich habe seit gestern keine Zigarette mehr angerührt und hoffe, dass es nur bei diesem einen Rückfall bleibt. Champix lindert nur die körperliche Sucht und nicht die psychische Abhängigkeit. Trotzdem gebe ich jetzt nicht auf! Oh Ihr Tabakgeister befreit mich von eurem Bann!