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Dienstag, 29. Mai 2007

TAG 10: MEINE LETZTE ZIGARETTE

29.05.2007
Heute ist mein letzter Rauchertag; das letzte Päckchen Winston liegt auf dem Tisch und ich ziehe mir den Antirauchersong "Meine letzte Zigarette" rein (Song in der Sidebar).
Pilleneinahme nach Vorschrift und den ganzen Tag ein Kotzgefühl gehabt.
Habe heute nochmal so richtig losgequalmt, als ob ich Vorarbeit für die Nichtraucherzeit zu leisten hätte. Jetzt wird es richtig spannend, denn morgen ist mein erster Tag ohne Zigaretten.
Ich mag im Moment nicht weiter über meine Verlustängste nachdenken, meine Winston, meine Sucht etc. Das alles und noch viel mehr muss unbedingt überwunden werden! Am besten lege ich mich nach der allerletzten Zigarette ins Bett und schlafe durch bis übermorgen früh. Die letzte Zigarette rauche ich jetzt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Montag, 28. Mai 2007

TAG 9: DA WAR NOCH WAS

28.05.2007
Alles schön eingenommen und einen faulen Feiertag verbracht. Keine Nebenwirkungen spürbar.

So langsam muss ich mit der Trauerarbeit beginnen. Wie war das eigentlich mit der ersten Zigarette?
Meine Eltern waren beide Raucher und so hatte ich die entsprechenden Vorbilder. Mit 8 Jahren habe ich heimlich geraucht und es hat nicht geschmeckt. Vom Vater erwischt, gab es eine Tracht Prügel und das Thema war vorerst erledigt. Meine nächste Zigarette habe ich mit 12 geraucht und die gab mir sogar mein Vater. Ich erinnere mich, dass wir auf einer Urlaubsreise nach Skandinavien eine Autopanne hatten und mit großer Verspätung in unserem Verschiffungshafen in Norddänemark eintrafen. Wir waren völlig fertig und in der kalten Seeluft bot mir mein Vater eine Camel ohne Filter an, nach dem Motto: Ein Mann raucht nachdem er einen schweren Weg zurückgelegt hat. Der Weg bis heute war 30 Jahre lang und ich habe unterwegs jede Menge geraucht. Erst Selbstgedrehte und dann gab es in den 80ern die billigen Filterkippen von den amerikanischen Soldaten, die stangenweise Marlboro, Winston, Camel, Salem und Pall Mall als illegales Tauschmittel nutzten. Winston schmeckte mir gut und ich fand mich mit dieser Marke so cool, dass ich bis heute bestimmt schon so um die 300.000 Stück geraucht habe. Zwischendurch habe ich es dann auch mal mit Zigarillos versucht, die haben schön kräftig nach Tabak geschmeckt, nur nach kurzer Zeit steigerte ich die Anzahl auch auf 20 pro Tag und mir wurde die Luft knapp. So zog ich wieder nach Winstontown.

Es gibt in diesem Raucherleben natürlich auch unvergessliche Momente, wie z.B. vor fast 20 Jahren mit einem meiner besten Freunde inmitten des Urwaldes und dann gingen die Zigaretten aus. Keine Geschäfte, keine Automaten an den Bäumen, was ein Drama mit Speichelfluss. Nach 5 Tagen Abstinenz im ersten Dorf erstmal gemeinsam auf das überstandene Abenteuer geraucht. Klingt fast wie Marlboro Abenteuer, war aber Winston! Oder auch die so lieb gewonnenen Momente des hohen Genusses: einen Kaffee mit Zigarette.
Wenn man sich ja auf wirklichen Genuss beschränken könnte und nur 2-3 Zigaretten pro Woche rauchen würde. Könnte, würde, wäre, hätte und es ist wie es ist! Morgen werden die Kippen zu Grabe getragen.

Sonntag, 27. Mai 2007

TAG 8: DOSIS NOCHMAL VERDOPPELT

27.05.2007
Immer noch keine Halluzinationen!
Gemäß Einnahmeplan die ersten beiden Tabletten mit je 1 mg geschluckt.

Das ist nun die volle Dosis, die ich die nächsten 11 Wochen täglich einfahren soll.

Im Gegensatz zu den Berichten manch anderer Versuchskaninchen auf Champix stellt sich bei mir die Lust auf das Rauchen nicht von alleine ein. Die Kippen schmecken zwar manchmal etwas hart, so wie die erste nach einigen Tagen der Abstinenz – aber ich rauche weiter…
Scheinbar gehöre ich zu den Supersüchtigen mit dem ganzen Hirn voller Nikotin Rezeptoren und da hilft auch kein Vareniclin mehr.

Ist Champix wirklich ein Wundermittel? Bin gespannt wie ich mich am kommenden Mittwoch befinde, dem ersten Tag ohne Nikotin.

TAG 7: ZWEI PILLEN BRAV GESCHLUCKT

26.05.2007
Meine zwei 0,5 mg Pillen brav eingenommen, keine Übelkeit und sonst keine besonderen Vorkommnisse.

Habe den ganzen Tag Sport getrieben, zur Ablenkung, Körperertüchtigung und damit ich durch die Rauchentwöhnung nicht fett werde. Mein Biathlon bestand aus 1000 m Schwimmen und 8 km Fahrrad fahren und jetzt habe ich jede Menge Muskelkater, fühle mich aber insgesamt sehr gut. Trotzdem geraucht.

Habe darüber nachgedacht, was ein Raucherleben so kostet. Bei 30 Jahren Volldampf und 1 Päckchen Kippen pro Tag macht das so um die 40.000,- Euro aus – eine Menge Kohle!

Die 14 Tage Packung Champix schlägt mit ca. 55,- Euro zu Buche und somit kostet die empfohlene 12wöchige Behandlung um die 330,- Euro. Die Entwöhnung ist also in etwa genauso teuer wie mein Zigarettenkonsum, der in 12 Wochen ca. 360 Euro kostet. Hoffentlich werde ich in der nächsten Zeit nicht abhängig von Champix und Pfizer verdient dann in den nächsten 30 Jahren das, was ich sonst für Winston auf den Tisch gelegt habe.

Freitag, 25. Mai 2007

TAG 6: DOPPELT HÄLT BESSER

25.05.2007
Einen weiteren Tag mit doppelter Einnahme und mäßigem Unwohlsein überstanden.
Hatte den Eindruck, dass die Kippen heute, nach den drei Bier von gestern, wieder besser schmeckten. Über Wechselwirkungen zwischen Champix und Bier steht allerdings nichts in der Betriebsanleitung, aber ab 3 Bier versagt die Pille.

Aus Erfahrung bin ich überzeugt, dass man als starker Raucher insbesondere in den ersten Monaten der Rauchfreiheit auf Alkohol weitgehend verzichten sollte. Die Gefahr ist groß, alle Hemmschwellen zu überwinden und in netter Geselligkeit wieder los zu paffen.

Um mich richtig auf den Tag der letzten Zigarette einzustimmen, habe ich mir mal wieder die Horrorbilder über Raucherkrankheiten im Internet angeschaut. Bilder sollen ja eine gewaltige Tiefenwirkung haben... Informativ und bebildert z.B. bei den Lungenärzten im Netz.

Gelungen auch das monströse Antiraucher Pin Up der WHO, als PDF zum downloaden:

WHO: The Smoker's Body

Und damit das Ganze nicht zum Gruselkabinett wird, gönn' ich mir zum Abschluss noch einige Rauchercartoons: Link 1, Link 2.

Donnerstag, 24. Mai 2007

TAG 5: DOPPELDOSIS

24.05.2007
Doppeldosis von je 0,5 mg per Pille gemäß Schluckplan eingefahren. Im Gegensatz zu gestern verspürte ich nur ein leichtes Unbehagen, wie bereits in den Anfangstagen. Ich finde, dass man die Nebenwirkungen im bisherigen Maße durchaus in Kauf nehmen kann, soweit Champix eine noch stärkere Wirkung entfaltet. Selbstverständlich düften die Nebenwirkungen sehr individuell ausfallen.

Ansonsten habe ich heute wieder mal 20 Klimmstängel abgefackelt. Nach drei Bier heute Abend haben die Kippen wieder geschmeckt.

Schön, dass das Wochenende mit Feiertag vor der Tür steht. Da kann ich mich richtig entspannen, um dann am Dienstag kommender Woche meine Letzte zu rauchen.

Mittwoch, 23. Mai 2007

TAG 4: VOLL DRAUF - ERSTE DOPPELDOSIS

23.05.2007
Heute Morgen und am Abend je 0,5 mg eingeworfen - Tagesdosis verdoppelt.
Tatsache ist, dass es mir heute den ganzen Tag über kotzübel war. Am Nachmittag in einem Baumarkt war ich nahe dran Bröckchen zu lachen, konnte mich aber dann doch noch beherrschen. Geraucht habe ich trotzdem ca. 20 Kippen den Tag über, bei mittelmäßigem Geschmack. Bäh, der Aschenbecher quillt mal wieder über…

Einige schwer Nikotinabhängige auf Champix berichten, dass ihnen die Lust aufs Rauchen nach einigen Tagen der Einnahme automatisch abhanden gekommen sei und andere, dass sie unverändert ihrem Laster frönen. Bleibt es spannend, ob ich in einigen Tagen unter Vareniclin einfach nicht mehr rauchen mag oder ob es hier einen Kick des Willens bedarf.

Noch kann ich mich einige Tage an meine Klimmstängel hängen, aber bald ist Schluss mit lustig! Als Tag meiner letzten Zigarette habe ich den 29.05.2007 festgelegt.

Dienstag, 22. Mai 2007

TAG 3: LETZTE EINZELDOSIS

22.05.2007
Aufgestanden, zwei Kippen als Frühstück geraucht und dann pünktlich die letzte Einzeldosis von 0,5 mg eingenommen. Ab morgen bin ich dann voll drauf, mit 2 x 0,5 mg pro Tag und schon jetzt ziemlich gespannt, was dann mit mir geschieht. Das Vareniclin nimmt langsam Besitz von meinem Körper.

Habe nochmal den Beipackzettel gelesen, der im Übrigen so groß wie die Bildzeitung ist. Die riesigen Letter kann man wohl auch noch lesen, wenn die Nebenwirkungen einen so richtig niederschlagen?

Zu den ersten drei Einnahmetagen ist zu sagen, dass ich ein leichtes Unbehagen empfand, jedoch ging es mir im Allgemeinen relativ gut.

Ich träum schon mal von Schokokippen... Weit gefehlt, die WHO rät zum Verbot von Schokozigaretten, da sie als Einstiegsdroge für den Nikotinmissbrauch anzusehen seien: Die Zeit

Montag, 21. Mai 2007

TAG 2: DIE ZWEITE PILLE

21.05.2007
Heute Morgen pünktlich um 10 Uhr die zweite Pille à 0,5 mg eingenommen.
Vorher schon 2 Zigaretten geraucht, waren so halbgut im Geschmack. Die Pillen sehen aus wie Viagra, haben aber nicht die gleiche Wirkung...

Tabak ist die späte Rache der Indianer.
Zweifelsohne ist Tabak eine südamerikanische Pflanze. Mit der Entdeckung Südamerikas durch Kolumbus fand die Pflanze als Rauchware Eingang in die europäischen Gesellschaften. Bei der Entdeckung und während der Kolonisation wurden Millionen von Ureinwohnern in Amerika ermordet oder sie starben an Infektionskrankheiten. Uns gaben sie den Tabak und heute raucht die ganze Welt. Sicherlich hat es seit der Entdeckung in 1492 schon weit aus mehr Todesfälle durch Tabak gegeben, als Indianer hingerafft wurden. Ist nur so ein Rauchergedanke…

Verspürte heute ein leichtes Unwohlsein, was jedoch auch an dem kurzfristigen Temperaturanstieg liegen kann. Im Übrigen habe ich heute so ca. 17 Zigaretten geraucht. Wie so oft haben die meisten davon nicht gerade hervorragend geschmeckt. Mal abwarten, in welcher Form sich die Wirkung des Medikaments zeigt.

TAG 1: DIE ERSTE TABLETTE

20.05.2007
Laut Beipackzettel soll ich zwischen dem 8. und 14. Tag der Einnahme den Tag der letzten Zigarette festlegen. Habe den Tag meiner letzten Zigarette am 29.05.2007 festgelegt.
Um 10 Uhr erste Einnahme von 0,5 mg des Wirkstoffes Vareniclin.
Die Packung sieht galaktisch aus und erinnert ein bisschen an die Anti-Baby-Pille.
Obwohl ich ausreichend geschlafen hatte, war ich nach der vormittäglichen Sauna sehr müde und habe noch mal von 13 bis 15 Uhr ein ausgedehntes Mittagsschläfchen gehalten. Nach dem Aufstehen zünde ich mir doch gerne eine Zigarette an und vielleicht genehmige ich mir einen Kaffee. Das habe ich heute natürlich dann auch im Doppelpack getan, jedoch beschlich mich ein seltsames Gefühl, als ob ich gar nicht so recht Lust habe, zu rauchen.
Mag sein, dass ich mir das nur einbilde und es nur ein Placebo Effekt ist oder setzt vielleicht der Prozess schon ein, dass meine Nikotin-Rezeptoren vom Vareniclin besetzt werden?